Bei einem Informationsabend von Bündnis 90/Die Grünen konnten interessierte Bürger darüber mit Fachleuten diskutieren.Dr. Alexander Jäger-Bloh war als Gast auf dem Podium dabei.
–Die Entwicklungen im Bereich Windenergie und das zukünftig anstehende Repowering der vorhandenen Anlagen war das Thema eine Informationsabends in Seelze bei Hannover, zu dem Bündnis 90/Die Grünen alle interessierten Bürger eingeladenen hatte. Auf dem Podium saßen Fachleute aus der Region: Christian Meyer, MdL, Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs, Ludwig Brokering von Windwärts Energie GmbH und der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Dezentrale Energie, Dr. Alexander Jäger-Bloh, als Repräsentant von ecoJoule construct GmbH. Moderiert wurde die Diskussion von Evelyn Werner, der Pressesprecherin Bündnis 90/Die Grünen Seelze.
Alexander Jäger-Bloh informierte über die Pläne von ecoJoule, die erste der dort betriebenen Anlagen zu repowern. Prof. Priebs fasste die Schritte des erforderlichen Genehmigungsverfahrens zusammen, und alle Podiumsteilnehmer gingen ausführlich auf die vielen Fragen der sehr interessierten Anwesenden ein.
Die Leine-Zeitung Seelze berichtete am 28. März 2012:
Unternehmer erläutert Pläne für Repowering in Dedensen
„Voraussichtlich im nächsten Jahr wird in Dedensen ein Windrad der neuesten Generation gebaut. Die Firma ecojoule will eine bestehende Anlage mit einem mehr als doppelt so hohen Windrad ersetzen. Deutlich höher, längere Rotorblätter, die vierfache Leistung: Die weiterentwickelte Technik auf dem Gebiet der Windenergie bietet ganz neue Möglichkeiten – das wurde bei der Diskussionsveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen mit Windkraft-Experten am Montagabend in Seelze deutlich. „Das ist so eine Effizienzsteigerung, dass wir das Thema nicht ausblenden können“, sagte Alexander Jäger-Bloh, Ecojoule-Geschäftsführer.
Das Thema nennt sich Repowering: Auch die Region setzt darauf, dass alte Windkraftanlagen mit wesentlich effizienteren ersetzt werden, anstatt neue Vorrangflächen zu genehmigen. „Repowering hat Priorität“, sagte der Umweltdezernent der Region, Axel Priebs. Das neue Raumordnungsprogramm, das 2015 verabschiedet werden soll, dürfte allerdings auch neue Standorte bringen. Ob dafür auch Flächen in Seelze infrage kommen, könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, stellte Priebs klar.
Für die Anlage in Dedensen hat Jäger-Bloh inzwischen den Genehmigungsantrag bei der Region gestellt. „Wenn wir in diesem Jahr die Genehmigung kriegen, dann würden wir im nächsten Jahr bauen“, sagte er. Die Behörde muss nun nach den Vorgaben des Bundesimmisionsschutzgesetzes prüfen, ob der Bau für Mensch und Natur verträglich ist. Viele Vogelarten nutzen das Gebiet bei Dedensen als Rastplatz.
Auch die häufig von Windrädern gestörten Milane seien dort unterwegs, sagte der Naturschutzbeauftragte Willi Raabe. Bürger aus Dedensen äußerten ihre Skepsis über die neuen Dimensionen bei den Windkraftanlagen. „Die Landschaft verändert sich und zwar gravierend“, gab Gero Grube zu bedenken. Ein weiterer Dedenser empfahl: „Diese Anlagen gehören ins Meer und nicht in die ebene Landschaft.“ Dadurch werde der schöne Blick in Richtung Deister und Stemmer Berg verschandelt. Die Experten versuchten, die Bedenken zu zerstreuen. Das Windrad, das ersetzt werden soll, steht etwa 1000 Meter vom Ort entfernt neben dem Wasserwerk. Die Größe der Anlage wirke dann etwa so, wie die derzeit am nächsten zum Ort stehende, meinte Ludwig Brokering, der in Dedensen wohnt und die Windwärts Energie GmbH leitet. Auch auf mehr Lärm müssten sich die Dedenser nicht einstellen, sagte Jäger-Bloh. Das größere Windrad sei „nuanciert lauter“. Aber: „Sie werden den Schallunterschied nicht wahrnehmen.“ Die Warnbeleuchtung für Flugzeuge könne zudem gedimmt werden.“